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Restaurierung und Rekonstruktion des Schadowhauses.
Ein Denkmal von Nationaler Bedeutung
für den Deutschen Bundestag.
Schadowstraße 10 - 11, 10117 Berli


Was macht ihr denn aus meinem Haus?
Die Schadow-Gesellschaft wird sich
einmischen.
Ihre Anfrage vom 4. Januar 2011
Sehr geehrter Herr Gefeke,
für Ihre freundliche Anfrage danke ich Ihnen. Gleichzeitig bitte ich um Verständnis, dass es mir erst jetzt möglich ist, Ihnen zu antworten.
Das Schadow-Haus wird in einem sehr aufwändigen Verfahren aus Mitteln des Bundes für Zwecke des Deutschen Bundestages saniert. Der besonderen kulturhistorischen Bedeutung dieses Gebäudes wird dadurch Rechnung getragen, dass dort künftig das Referat "Kunst im Deutschen Bundestag" zugleich Sekretariat des parlamentarischen Gremiums "Kunstkommission des Deutschen Bundestages" untergebracht wird.
In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, das Haus oder Teile davon zu bestimmten Zeitpunkten einer begrenzten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Anmietung von Räumlichkeiten im Schadow-Haus wird nicht möglich sein.
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Göggelmann
Ministerialrat
Leiter Referat ZT 3
Liegenschaften und Gebäudetechnik
Deutscher Bundestag

Das Schadowhaus - Hofansicht
Internationales Forum für Kunst, Bildung und Wissenschaft gegr. 1985
Informationsblatt der Schadow-Gesellschaft – April 2003
Dieter Gefeke – Präsident der Schadow-Gesellschaft April 2003

Schadow Haus - Gartenansicht 1838
Sichtbar ist der Beginn der Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten
Schadowhauses in der Schadowstraße 10/11 in der Nähe des Brandenburger Tores und des Pariser Platzes. Dieter Gefeke, der Präsident der Schadow Gesellschaft e. V., Internationales Forum für Kunst, Bildung und Wissenschaft gegründet 1985 von direkten Nachfahren und Freunden der Schadows, machte sich vor Ort ein eigenes Bild vom Beginn und Fortschritt der Arbeiten. Der Vizepräsident Andreas Nicolai machte Fotos, um den Beginn der Arbeiten zu dokumentieren.
In den kommenden drei Jahren sollen nun die vom Bundestag im November 2001 bewilligten 8,85 Millionen Euro genutzt werden, um das Wohn-, Werkstatt- und Atelierhaus Johann Gottfrieds Schadows, des bedeutendsten Bildhauers des Klassizismus, Karikaturisten und Zeichners, zu sanieren. Dieses war 1805 von Friedrich Wilhelm III. für seinen Hofbildhauermeister in Auftrag gegeben und auf Staatskosten erbaut worden.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erklärte hierzu: „Das Andenken Schadows zu wahren und gleichzeitig im Parlamentsviertel ein kulturelles Zentrum zu schaffen, ist für den Deutschen Bundestag Ehrensache.“
Damals leitete die Bauausführung ein Kommissarius des für Immediatenbauten zuständigen Oberhofbauamtes. 1851 ließ der dritte Sohn des Johann Gottfried Schadow, Felix Schadow, alle Flügel des Hauses um ein Geschoss aufstocken. Das Haus ist ein klassizistischer Putzbau in Quaderstruktur mit sieben Achsen und zwei seitlichen Risaliten. Darin eingebettet sind auf der einen Seite ein Portal, auf der anderen eine gleich gerahmte Portalblende mit einem Fenster und Stuckreliefs.
Dieter Gefeke erklärt, diese Reliefs stellen die Entwicklung der Kunst im Altertum und deren Förderer dar und stammen aus Schadows Werkstatt. Die darüber angebrachten Medaillons stellen Werkzeuge der Bildhauerei dar.
Nach dem Umbau 1851 gesellte sich dann noch ein Relief mit dem Porträt Johann Gottfried Schadows hinzu, welches von Hermann Schievelbein geschaffen und mittig im zweiten Geschoss angebracht wurde. Zum Andenken an seinen Vater schuf Sohn Felix zusammen mit seinem Schwager Eduard Bendemann 1852-1856 das im Inneren angebrachte Wandbildfries, welches Szenen aus Schadows Lebensstationen darstellt.
Felix Schadow und Schwester Lida, beide Bewohner des Schadowhauses.
„Wir werden“, sagt Dieter Gefeke, „die Sanierungsarbeiten interessiert verfolgen und beobachten, welches Nutzungskonzept schließlich zum Tragen kommt“. Ein öffentliches kulturelles Zentrum mit Werken der Schadowfamilie, Ihrer Nachfahren und Ihrer Bewahrer wäre sicherlich auch im Sinne von Theodor Fontane. In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg widmet Fontane ein besonderes Kapitel Johann Gottfried Schadow, dem Schneidersohn aus Saalow. Er setzte ihm ein literarisches Denkmal, in dem er den Bildhauer einen berühmten Mann nennt, dessen Name von einem Ende Europas bis zum anderen guten Klang hat. Dieser Gute Klang ist noch heute vernehmbar.
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Das dritte Geschoss und weitere Ergänzungsbauten und Aufstockungen der Hofgeschosse waren Voraussetzung, die Innenräume persönlich mit Hilfe seiner Schüler auszumalen und sich dabei mit den Wandmalereien im Roten Salon in eine Traditionskette mit den bedeutendsten abendländischen Malerfürsten zu stellen, so mit Albrecht Dürer, Tizian und Raffael.
Ausmalungen des Treppenhauses gab es noch bis in die Spätzeit des 19. Jahrhunderts. Die Innenräume wurden den jeweiligen späteren Wohnbedürfnissen angepasst. Erhalten hatte sich lediglich eine Wandmalerei im Obergeschoss aus dem Jahr 1837: „Der Brunnen des Lebens“. Gerade dieses Fresko ließ eine reichhaltige Innenausmalung aller Räume vermuten.
Das Haus eröffnet die Möglichkeit, Schadow neben seinen Bildhauerwerken auch persönlich kennen zu lernen. Das Schadowhaus ist ein hochrangiges Bau- und Kulturdenkmal.
Schadow und Werkstatt, Protektoren der Kunst 1803/04
Supraportenreliefs am Schadow-Haus in Berlin
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